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In der folgenden Serie beschäftigen wir uns mit der Schrittarbeit. In einer Auseinandersetzung ist es sehr wichtig, eine gute Körperposition als Ausgangsbasis für unsere Handlungen zu haben. Das wichtigste Kriterium ist dabei das Gleichgewicht. Verlieren wir dieses, fallen und sind am Boden, sind unsere Handlungsmöglichkeiten stark eingeschränkt. Wir sind ein leichtes Ziel, weil Ausweichbewegungen am Boden nur schwer möglich sind und auch eine Flucht nicht möglich ist, ohne vorher aufzustehen. |
Sehen wir uns nun die drei Handlungsmöglichkeiten Flucht, Verteidigung und Angriff in einer Auseinandersetzung an, die eskaliert ist. Ein Kampf konnte also nicht verhindert werden und steht nun unmittelbar (und für uns zweifelsfrei) fest oder hat bereits begonnen:
1. Die Flucht
An dieser Stelle möchte ich keine Hinweise für das Rennen geben. Wer hier an einer Technik arbeiten möchte, den verweise ich auf entsprechende Leichtathletikvereine, da sie über die wesentlich größere Erfahrung verfügen. Im Normalfall wird allerdings das Rennen intuitiv schon klappen. Da gilt es eher, in die Kondition zu investieren und in seinen Wochenrhythmus Laufeinheiten einzubauen.
2. Die Verteidigung / Ausweichen
Wenn die Flucht nicht möglich ist und ein Kampf sich nicht vermeiden lässt, ist das oberste Ziel, nicht getroffen zu werden. Blöcke sind im Regelfall das Mittel der Wahl, um einen Angriff abzuwehren. Blöcke reichen aber nicht immer aus. Dies ist der Fall, wenn der Angreifer seine Körpermasse mit in den Angriff hereinlegt; insbesondere, wenn er dann auch noch mehr Körpermasse als wir hat. Ist also der Angriff nicht vollständig abblockbar oder der Energieaufwand dafür zu groß, gilt es, auszuweichen. Ausweichen dient dabei allerdings auch noch einem weiteren Zweck. Mit der Ausweichbewegung wollen wir uns zusätzlich in eine gute Position für unsere nächste Handlung (Flucht oder Gegenangriff) bringen.
Wichtig ist, dass wir uns möglichst schnell von unserer aktuellen Position entfernen. Je nach unserer dann folgenden Handlung können wir in verschiedene Richtungen ausweichen und dabei eine kleinere oder größere Strecke überbrücken. Im Prinzip können wir unsere Ausweichrichtung frei wählen. Sie wird dadurch bedingt, was wir als nächstes tun wollen. Gehen wir nun grob die Richtungen in 45°-Schritten durch und sehen uns die entsprechenden Entfernungen dazu an.
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315°:
Eine Ausweichbewegung führt uns entgegen der Laufrichtung des Angreifers recht dich an ihn heran. Wir müssen sehr schnell sein und mit dem Ausweichen bis zuletzt warten, da der Gegner sonst seine Angriffsrichtung anpassen kann und wir gewissermaßen ein leichteres Ziel geworden sind. |
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0°:
Uns in Richtung des Gegners und damit des Angriffs zu bewegen, macht für das Ausweichen keinen Sinn. Diese Richtung wählen wir eher für den Angriff. |
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45°:
Eine Ausweichbewegung führt uns entgegen der Laufrichtung des Angreifers recht dich an ihn heran. Wir müssen sehr schnell sein und mit dem Ausweichen bis zuletzt warten, da der Gegner sonst seine Angriffsrichtung anpassen kann und wir gewissermaßen ein leichteres Ziel geworden sind. |
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270°:
Wir weichen zur Seite aus. Dies ist eine Mischung zwischen den eben erläuterten und der folgenden Ausweichvariante. |
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AUSGANGSSITUATION:
Der Angreifer steht uns gerade gegenüber. |
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90°:
Wir weichen zur Seite aus. Dies ist eine Mischung zwischen den eben erläuterten und der folgenden Ausweichvariante. |
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235°:
Wir weichen schräg nach hinten aus. Damit schaffen wir eine große Distanz zum Gegner und werden nicht getroffen. Aus dieser Position können wir selbst nun mit einem langen Angriff kontern oder aber eine Flucht einleiten. |
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135°:
Wir weichen schräg nach hinten aus. Damit schaffen wir eine große Distanz zum Gegner und werden nicht getroffen. Aus dieser Position können wir selbst nun mit einem langen Angriff kontern oder aber eine Flucht einleiten. |
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180°:
Die Ausweichbewegung direkt nach hinten bringt uns im Allgemeinen in keine günstige Lage. Wenn der Angreifer nicht schläft, braucht er nur in seiner Laufrichtung den nächsten Schritt zu machen. Dabei wird er schneller vorwärts als wir rückwärts sein. |
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Die Wahl der Richtung hängt sowohl von dem Angriff als auch unserer Gegenreaktion ab. Ein Angreifer, der mit sehr viel Energie auf uns zu kommt, zwingt uns zu einer seitlichen Ausweichbewegung. Selbst wenn wir ihn blocken könnten ist das Risiko zu groß, dass er mit seiner immernoch in Bewegung befindlichen Körpermasse auf uns einprallt. Ihm entgegen zu gehen, ist dann auch nicht notwendig, da er sich so schnell nicht bremsen kann und so befinden wir uns mit einer 90° / 270°-Ausweichbewegung bereits in seinem Rücken, wenn er zum Stehen kommt.
Einem Fusstritt sollte man nicht entgegen gehen, wenn man nicht körperlich überlegen ist. Das Risiko ist groß, dann trotzdem am Knie oder anderen Stellen getroffen zu werden. Je nach Konter empfielt es sich, dann eher 90° zur Seite oder seitlich nach hinten auszuweichen.
3. Der Angriff
Ist die Situation derart eindeutig, dass ein Angriff eines Angreifers zweifelsfrei unmittelbar bevorsteht, so ist rechtlicht abgesichert, dass man mit einem eigenen (präventiven) Angriff Gefahr für Leib und Leben von sich oder anderen abwenden darf.
Exemplarisch sehen wir uns nun die Bewegung des seitlichen Ausweichens (90° / 270°) an:
Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Position zu wechseln. Entgegen des normalen Laufens möchten wir jedoch die im Artikel über die Fortbewegung angesprochenen Probleme vermeiden. Wir möchten möglichst stabil und im Gleichgewicht auch in der Bewegung bleiben. Die erste Grundregel dazu ist, dass der Boden unser Freund ist. Wir müssen sinken und uns möglichst tief bewegen. Dadurch ist unser Körperschwerpunkt tiefer und so fällt es uns leichter, im Gleichgewicht zu bleiben. Somit ergibt sich auch, dass jegliche Formen des Springens verboten sind. Während wir mit beiden Füßen in der Luft sind, können wir unsere Richtung nicht ändern.
Im folgenden möchte ich eine einfache Bewegungsübung für die 90°-Richtung zeigen. Dies ist der Einstieg in die Ausweich-Thematik und bereits eine wirksame Ausweichbewegung, wenn ein Gegner mit sehr viel Schwung gerade auf uns zukommt.
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| Wir nehmen unsere passive Haltung (siehe Sicherer Stand) ein. Der Gegner nähert sich von vorne. Wir warten so lange wie möglich und weichen dann zur Seite wie folgt aus. |
Im ersten Schritt gehen wir leicht in die Knie. Damit senken wir weiter unseren Körperschwerpunkt und können uns zu einer Seite mit den Beinen abdrücken. |
Im nächsten Schritt drücken wir uns mit den Beinen zur Seite weg. Wollen wir nach links, wird das rechte Bein die meiste Arbeit verrichten. Während der Bewegung gilt es, nicht zu springen, sondern möglichst nah am Boden zu gleiten; eher noch zu sinken in der Bewegung |
Angekommen nehmen wir an der neuen Stelle wieder unsere passive Position ein. |
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Übungsaufgaben:
1. Damit die Ausweichübung auch im Ernstfall angewendet werden kann, muss sie dauerhaft geübt werden. Baue zusätzlich zu den Übungen zum sicheren Stand etc., die wir bereits kennengelernt haben, nun auch die Ausweichbewegung zur Seite in dein wöchentliches Trainingsprogramm ein.
2. Diese Bewegung kann man sehr gut mit dem Partner üben. Einer spielt den Angreifer und bewegt sich auf den anderen mit schnellen Schritten zu. Der Verteidiger führt dann im letzten Moment seine Ausweichbewegung durch, wodurch der Angreifer sozusagen ins Leere läuft. Auch diese Bewegung muss man sehr oft üben, sodass sie automatisiert wird. Insbesondere das korrekte Timing stellt eine große Herausforderung da. Um dies zu üben, kann der Angreifer versuchen, die Schulter etc. des Verteidigers zu berühren. Weicht dieser zu früh aus, so kann der Angreifer folgen. Dies ist im dritten unteren Bild zu sehen. Hier gibt es viel Spielraum für Variationen der Übung.
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