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Sicherheit schaffen
Einem Großteil aller Gefahren kann man mit Aufmerksamkeit frühzeitig entgehen beziehungsweise sich Zeit für Vorbereitungen verschaffen. In der heutigen Serie geht es um das Thema "Sicherheit schaffen".

Bei der Suche nach dem Wortlaut stieß ich neben Artikeln zur IT-Sicherheit insbesondere auf Berichte über die Sicherheit im öffentlichen Personennahverkehr. Videoüberwachung sei das Mittel der Wahl, hilft im Falle des Falles aber leider nur für eine mögliche Aufklärung der Geschehnisse im Nachhinein. Sicherheit von außen, also von Seiten der Umwelt, ist die eine Seite. Sicherheit von innen, also von uns heraus, ist mindestens so wichtig. Nach dem Motto "Jeder ist seines Glückes Schmied" möchte ich daher heute einige Aspekte und konkrete Beispiele aufzählen, wie man seine persönliche Sicherheit steigern kann.

Wie eingangs erwähnt ist der Schlüssel zur Sicherheit die Aufmerksamkeit. Wer mit der Kaputze im Gesicht gegen die Laterne läuft oder durch die Musik der Kopfhörer hindurch nicht mehr die akustischen Hinweise der Umgebung wahrnimmt, dem kann am Ende wirklich nur noch das Glück zur Seite stehen. Wer hingegen sein Schicksal in die eigene Hand nehmen will, der sollte bei der Schulung der Aufmerksamkeit beginnen:
Nutze deine Zeit im öffentlichen Raum, in dem du fortan dein Umfeld beobachtest. Achte auf potentielle Gefahren und untersuche Wege, die du öfters gehst.

Eine Gruppe junger Erwachsener nähert sich in der dunklen Straße, die wir durchqueren wollen. Wer sich für mutig hält und der Gefahr trotzen möchte, wird sich der Herausforderung stellen, sich angespannt der Gruppe nähern, eventuell mit steigendem Adrenalinspiegel und nun dem Wohlwollen der Gruppe aufgeliefert sein. Ziehen sie vorbei, haben wir Glück gehabt, wenn nicht, Pech. Gelernt haben wir dabei nichts. Der aufmerksame Leser wird fortan die Straßenseite wechseln, je früher, desto besser. Möglichst in einer Entfernung, in der wir noch gar nicht von der Gruppe entdeckt wurden. Ein kleines Opfer für ein großes Stück Sicherheit.
Nun kann es passieren, dass auch die Gruppe die Straßenseite wechselt. Wir wechseln erneut. Folgt sie uns erneut, wissen wir vorher, woran wir sind. Nicht nur, dass wir alles getan haben, um den Konflikt zu vermeiden und damit rechtlich auf der sicheren Seite sind. Auch aus taktischer Sicht ist nun eine erfolgreiche Flucht durch die bestehende Entfernung immer noch wahrscheinlicher als im ersten Szenario.


Wie die im letzten Monat vorgestellte Fallschule wird auch das Beobachten zu Beginn eher mühsam und anstrengend erscheinen. Mit der Zeit wird sich daraus jedoch eine intuitive Fähigkeit, gewissermaßen ein sechster Sinn, entwickeln. Am Ende wird man entspannter denn je durch die Straßen ziehen.

Im folgenden möchte ich noch einige typische Hinweise auflisten. Möglicherweise wird der eine oder andere Leser hier eigene, typische Verhaltensmuster wiedererkennen.
1. Wer alleine joggt, sollte seine Laufzeiten variieren und auf eine Beschallung durch den MP3-Player (etc.) verzichten.

2. Der Haustürschlüssel sollte schon vor dem Erreichen der Tür rausgesucht sein.

3. Im Auto sollten nie mehr als nötig Türen unverschlossen sein. Das Auto sollte nur in übersichtlichen Bereichen geparkt werden. Anhalter sollten grundsätzlich nicht mitgenommen werden. Wertgegenstände gehören nicht auf den Beifahrersitz.

4. Papiere sollten am Körper und nicht in der Handtasche getragen werden. Eventuell kann man diese auch auf mehrere Taschen verteilen.

5. Wird man auf der Straße angesprochen, sollte man sich nicht vom Umfeld ablenken lassen.

Übungsaufgaben:
Wie oben angedeutet solltest du deinen Alltag nach typischen Verhaltensweisen untersuchen, die sich in einem Ernstfall negativ auswirken würden. Jetzt hast du die Zeit für solche Untersuchungen; im Ernstfall wäre es zu spät, diese abzustellen. Ebenso kannst du fortan darauf achten, welche Gegenstände andere für Angriffe auf dich benutzen könnten. Selbst ein Schreibtisch bietet eine Reihe potentieller Gefahren. Dabei geht es allein um das Training der Aufmerksamkeit. Der Hintergrund ist eben nicht, Angst vor den Gefahren zu entwickeln. Die gibt es immer und überall. Es geht darum, einen Sinn zu entwickeln, Gefahren zu spüren, sodass wir beruhigter durch das Leben gehen!
 
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