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Belästigungen - Teil 2
Im ersten Teil unserer kleinen Reihe haben wir erkannt, wo die Ursachen für verbale und nonverbale Angriffe, die wir als Belästigungen bezeichnet haben, liegen. Wie gehen wir, davon ausgehend, jetzt mit solchen Angriffen um?
Zunächst zu Vorschlägen, die hauptsächlich aus dem Bereich der Selbstbehauptung kommen: Hier wird davon ausgegangen, dass mit vorher einstudierten Verhaltensmustern (Worte und Gesten) der Gegner von einer weiteren Eskalation der Situation abgebracht werden kann.
Nun, auf der Straße gibt es nur: Funktioniert oder funktioniert nicht!
Insofern können die Verfechter dieser These, selbst wenn sie auf einigen praktischen Erfahrungen beruhen sollte, nicht endgültig beweisen, dass Sätze wie: „Halt! Mit mir nicht!“ wirklich gewaltbereite Täter stoppen können. Wie erkennt man vorher den Unterschied zwischen gewaltbereit und nicht gewaltbereit?
Nicht, dass grundsätzlich etwas gegen Vorbereitung zu sagen wäre. Wir bereiten uns ja auch vor. Aber zuerst mit Training und Technik. Ein Trick ist nur so gut, wie die Fähigkeiten, die dahinter stehen. Das sollte man immer im Kopf haben, wenn man versucht zu bluffen. Es könnte sein, dass der andere sehen will. Beispiele findet jeder in seinen eigenen Erinnerungen aus der Schulhofzeit. Im übrigen denken wir, dass gerade der Verzicht auf Unterricht im Kampfsport an den Schulen nur den ohnehin gewaltbereiten Schülern nutzt.
Anyway, wie macht man es richtig? Dazu unsere Position, zu der wir gern, wie immer, auch gegenteilige Meinungen akzeptieren.
Grundsätzlich ist das Verlassen der Situation die Methode der Wahl. Dabei ist es immer gut, sich Unterstützung zu sichern. Hat man beispielsweise Stress in einer Bar o.ä., wendet man sich an das Personal und sagt, dass man sich bedroht fühlt und jetzt gehen will (bezahlen nicht vergessen). Man zeigt auf den Aggressor und bittet die Verantwortlichen, diesen solange aufzuhalten, bis man verschwunden ist. Funktioniert das aus irgendeinen Grund nicht, muss man spätestens auf dem Parkplatz sowieso Plan B aus der Tasche ziehen. Im Allgemeinen wollen die Inhaber aber keinen Streit bei sich. Das sollte man nutzen.
Wenn das nicht möglich ist, gilt folgendes:
Es ist in einer sich entwickelnden Situation, die man noch unter Kontrolle hat, von eminenter Bedeutung, diese Kontrolle nicht zu verlieren und möglichst schnell herauszufinden, wie weit der andere wirklich gehen will. Wenn wir die Ursache des Konflikts in einem aus der Harmonie geratenen Ego sehen, ist es am besten, diesem keine Reibungsmöglichkeit zu geben. Man tut einfach gar nichts, lässt den Angreifer aber nicht aus den Augen. Wenn der Angreifer seinen Frust abgeladen hat und sich somit als Sieger fühlt, verlässt er, meist unter wüsten Beschimpfungen, den Platz von allein. Diese Übung der Einheit von Körper und Geist (wir sind ja innerlich auch angespannt) kann man mittlerweile fast täglich im öffentlichen Leben praktizieren.
Die eingesparte Energie (folgt aus dem Vermeiden, sich mit den psychischen Inhalten des Angriffs zu befassen oder gar dagegen zu argumentieren) investieren wir in Aufmerksamkeit. Aus dieser heraus beantworten wir jede Verschärfung der Situation mit einer Verstärkung unserer Verteidigung, damit wir bereit sind. Die schlimmsten Probleme ergaben sich für uns in der Vergangenheit daraus, dass mit der eigenen Verteidigung zu lange gezögert wird und die körperliche Auseinandersetzung bereits in der absoluten Nahdistanz beginnt. Der persönliche Raum sichert die eigene Handlungs- fähigkeit und darf auf keinen Fall aufgegeben werden.
Geht der Aggressor von Beschimpfungen zur Androhung körperlicher Gewalt über, sollte man (falls es nicht doch eine Möglichkeit der Flucht gibt) sich nicht scheuen, den sicheren Stand und eine lockere Deckung einzunehmen. Das zeigt dem Gegner an, dass nichts im Leben umsonst ist. Er hat immer noch die Wahl.
Kommt es zu körperlichen Angriffen, ist die letzte Möglichkeit, den Gegner zur Besinnung zu bringen, die eigene körperliche Beweglichkeit. Einigen ist in diesem Stadium schon klar geworden, was wohl passieren könnte, wenn der Typ gegenüber genauso schnell angreift, wie er verschwindet, insbesondere dann, wenn ein im Endpunkt hart fixierter Block auf ein Gelenk das Nachdenken unterstützt. Unter Umständen hat einer seiner Begleiter auch einen klaren Blick und versucht, ihn zu retten.

Bis hierher haben wir nur reagiert, wenn er es jetzt nicht rafft, soll es halt so sein!

P.S.: Das alles kann man natürlich mit raffinierten Tricks verbinden (die lernt man bei uns im Training ;-)), aber gegen freaks, die es wirklich ganz genau wissen wollen, reicht ein flinker Geist allein nicht aus.

P.P.S.: Gänzlich außer Acht geblieben ist natürlich die Möglichkeit der Isolation. Man geht abends nicht oder nur zusammen raus und vermeidet ängstlich jeden Kontakt mit suspekten Orten oder Menschen. Diese sind aber oft die interessantesten und bereichern das Leben. Unsere Hinweise sind deshalb besonders für diejenigen unter Euch, die wissen wollen, wie es hinter der Matrix aussieht!

Passt auf Euch auf! Oss dirk
 
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