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Befreiung aus einem Handgelenkgriff - Teil 1
Es gibt zahlreiche Varianten, jemandem am Handgelenk festzuhalten. In der Serie beschäftigen wir uns mit der Befreiung aus einem solchen Griff. Dabei beschränken wir uns auf realistische Varianten, wie wir gegriffen werden können.

Zunächst jedoch steht die Frage im Raum, warum uns überhaupt jemand greift?

Es können Freunde sein, dich sich einen Spaß machen wollen, weil sie von unserer Mitgliedschaft in einem Selbstverteidigungsverein gehört haben. Es kann aber auch ein fester Griff eines uns Unbekannten sein, der uns am Flüchten hindern will etc.
Fest steht: Jemand ist in unsere persönlichen Raum eingedrungen und greift uns körperlich an.
Dass uns jemand greifen konnte, offenbart, dass wir nicht aufmerksam genug waren. Es gilt also, zunächst die Situation einzuschätzen und entsprechend zu handeln.

Die in dieser Serie gezeigten Befreiungstechniken sind verhältnismäßig. Ein Griff ist zwar rechtlich bereits ein Angriff, wir dürfen aber nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen. Insbesondere kann dadurch eine angespannte Situation auch erst eskalieren. Unser Ziel ist es also, uns dem Griff zu entziehen, möglichst einen Abstand zum Greifenden zu gewinnen, aus dem wir viele Handlungsmöglichkeiten haben und dem potentiellen Gegner signalisieren, dass ein Kampf teuer werden könnte.

Betrachten wir nun Varianten, wie wir gegriffen werden könnten.
Gleichseitig einarmig,
Diagonal einarmig,
Gleichseitig beidarmig und
Einseitig beidarmig.
Abgesehen vom letzten Fall wird unser Handgelenk immer von einer Hand gegriffen. Hier gilt ein Sprichwort: Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Bei einer greifenden Hand ist die schwächste Stelle der Ort, an dem sich der Daumen und die anderen Finger treffen.

Armbefreiung.

Um sich aus einem Griff zu befreien, muss sich unsere Energie gegen die schwächste Stelle richten. Das Herausziehen und -drehen muss sich gegen die Stelle richten, an der sich der Daumen mit den anderen Fingern trifft. Um sich aus einem festen Griff zu befreien, muss zusätzlich der ganze Körper eingesetzt werden (sollte immer gemacht werden).

Die folgenden Bilderserien sollen die einzelnen Schritte dazu illustrieren:

Gleichseitig einarmig:

Das Ergreifen unseres rechten Armen durch den linken des Gegners kann eine Vorbereitung für einen Schlag mit seiner rechten Faust sein. Wie immer ist das erste, was wir tun, zu sinken. Damit bringen wir unseren Schwerpunkt näher zum Boden, was unseren Stand festigt und uns die Möglichkeit eröffnet, den Boden zur Befreiung zu benutzen. Durch einen schnellen Zug kombiniert mit dem Abdrücken nach hinten wird es dem Angreifer nicht möglich sein, uns zu halten. Parallel bringen wir uns in eine sichere Entfernung, aus der nun ein Konter oder die Flucht erfolgen kann.

Diagonal einarmig:

Diagonales Greifen erfordert eine Ausweichbewegung zur anderen Seite. Auch hier ist unsere erste Aktion Sinken. Das Herausdrehen und Ziehen erfolgt hier nach der Seite unseres gegriffenen Armes. Dadurch können wir zusätzlich zum Abdrücken unseres Körpers nach hinten besonders die Rotation mit unserem gesamten Körper dazu nutzen, uns aus dem Griff zu befreien.

Gleichseitig beidarmig:

Folgetechniken des Angreifers nach dem beidseitigen Greifen können ein Kopfstoß oder ein Knietritt sein. Um uns aus dem Griff zu befreien, sinken wir mit unserem Körper, während wir gleichzeitig unsere gegriffenen Arme in einer Drehbewegung nach oben reißen (Der linke Arm dreht sich entgegengesetzt und der rechte Arm im Uhrzeigersinn).

Wichtig ist in allen Fällen: Wenn wir etwas tun, müssen wir es schnell und konsequent tun. Zögerliches Rütteln und Ziehen mit dem eigenen Arm wird dazu führen, dass unser Gegenüber gewarnt wird und fester zupackt.
Sollten wir es mit einem kräftemäßig massiv überlegenden Gegner zu tun haben, müssen wir zusätzliche Maßnahmen ergreifen, ihn von seinem Griff abzulenken oder diesen zu lockern. Dazu setzen wir in der nächsten Serie mit dem Thema Schock fort und vervollständigen die Armbefreiung mit der beidarmigen, einseitigen Armbefreiung.

Übungsserie:

Übe die Befreiung aus den Handgelenkgriffen mit dem Partner. Anfänglich sollte man den Griff noch locker lassen, um die Bewegung einzuüben. Im Zuge der Übungsabläufe sollten auch die Griffe fester werden. Besonders Frauen, als gewichtsmässig grundsätzlich leichter, sollten mit ihrem Partner üben, um eine realistische Situation zu erzeugen. Insbesondere wird es dann nicht mehr möglich sein, sich allein durch Armdrehung zu befreien. Nur so kann man üben, auch den Körper einzusetzen.
 
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